| Fidel Castro nach Mordbeschuldigungen wieder in der Öffentlichkeit |
| 12. Juli 2010 von Lothar Buchholz |
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Kubas Ex-Präsident Fidel Castro ist erstmals seit 2006 wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Der heute 83-jährige besuchte eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung in Havanna. Kurz vor seinen letzten öffentlichen Auftritten vor rund vier Jahren wurde er in einer ARD-Dokumentation als Drahtzieher des Attentats auf Präsident John F. Kennedy beschuldigt. Fidel Castro hatte 2006 die Amtsgeschäfte als Staatschef an seinen Bruder Raúl abgetreten. Grund dafür war sein schlechter Gesundheitszustand. Seit Juli 2006 war Fidel Castro nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Damals brachen eine Vielzahl von Exilkubanern in Jubelstürme wegen des vermeintlich bevorstehenden Todes des Revolutionsführers von 1962 aus. Zwischenzeitlich empfing Castro Staatsgäste und äußerte sich in seiner Kolumne "Reflexiones de Fidel", in der er insbesondere die amerikanische Politik heftig kritisierte. In den Augen von Filmautor Wilfried Huismann steckt der kubanische Geheimdienst G-2 hinter den tödlichen Schüssen auf Kennedy in Dallas im Jahr 1963. Das brachte er in seiner ARD-Dokumentation »Rendezvous mit dem Tod - Kennedy und Castro« zum Ausdruck, die Fernsehdirektor Ulrich Deppendorf im Vorfeld als »profunde Dokumentation« bezeichnete, die einen »völlig neuen zeitgeschichtlichen Blick auf den 22. November 1963 eröffnet«. Bewiesen wurde diese Sicht mit dubiosen Zeugen und seltsamen, verfälschten Dokumenten. Zeugen, die demnach selbst unter Eid gelogen haben, wurden von den Programmverantwortlichen durchgewunken. Und auch der Zeuge, der den Sinn der kyrillischen Sprache erfasste, indem er kyrillische Buchstaben um ihre Achse drehte und damit ins Englische übersetzte ... Und das angebliche bislang unbekannte Geheimdossier aus den sechziger Jahren lag schon Jahre zuvor im US-Nationalarchiv. Mit dem schriftlichen Hinweis des Verfassers, dass es sich hierbei lediglich um eine Buchidee aus den neunziger Jahren handelt. Chefredakteur Jörg Schönenborn zeigt sich davon bis heute unbeeindruckt, obwohl er kurz nach der Premiere des Films in der ARD über diese Sachverhalte informiert wurde. In seinem neuesten Streifen für die ARD, dem Tatort »Schlafende Hunde«, berichtet Huismann von aktiven Stasi-Seilschaften, die in der Bundesrepublik heute befehlsgemäß ihr Unwesen treiben. In Interviews macht er deutlich, dass es sich dabei nicht um eine Fiktion handelt, sondern um die Realität. Die Junge Welt meinte am 01.06.2010 dazu:
Bleibt zu hoffen, dass der neuerliche Auftritt von Fidel Castro in der Öffentlichkeit nicht wieder die Fantasie von Wilfried Huismann beflügelt. Denn ein paar Jahre vor der Präsentation des kubanischen Killerkommandos im Jahre 2006 hatte er in seinem Dokumentarfilm »Lieber Fidel« schon die CIA als Verantwortlichen für den Mord an John F. Kennedy ausfindig gemacht. |
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