| Attentat auf Präsident John F. Kennedy - 1964 wurde das (erste) offizielle Untersuchungsergebnis veröffentlicht |
| 25. September 2009 von Lothar Buchholz |
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Am 27.09.1964 präsentierte die Warren Kommission ihren Abschlussbericht zum Mord an John F. Kennedy der Weltöffentlichkeit. Der 888-seitige »Warren Report« beschuldigte Lee Harvey Oswald des Mordes an Präsident Kennedy. Demnach handelte Oswald allein. Wie heute bekannt ist, sind die im Warren Report enthaltenden Schlussfolgerungen in entscheidenden Punkten fragwürdig und extrem fehlerhaft. Auf den Jahrestag seiner Veröffentlichung blickt Radio-Journalist Herwig Katzer in einem auf WDR 5 ausgestrahlten »Zeitzeichen« zurück. ![]() Die aus sieben gesellschaftlich angesehenen Mitgliedern bestehende Kommission kam zu dem Schluss, dass Lee Harvey Oswald am 22.11.1963 drei Schüsse abgegeben hatte, mit denen er Kennedy tödlich traf und den texanischen Gouverneur John Connally verletzte. Oswald selbst fiel - unter Polizeischutz stehend - zwei Tage später einem Mordanschlag von Jack Ruby zum Opfer. Auch Ruby soll ohne fremde Hilfe und aus eigenem Antrieb heraus gehandelt haben. Der Warren Report selbst und die Arbeitsweise der Kommission wurden vielfach kritisiert. Die Kommissionsmitglieder standen schon während ihrer Tätigkeit unter dem Eindruck, dass ihnen nicht alles Beweismaterial zur Vefügung gestellt werden würde. Eine Vermutung, die sich nach Jahren als richtig herusstellen sollte. Der Hauptkritikpunkt gründet sich aber auf die von der Kommission entwickelte Einzeltäterthese. Diese These basiert insbesondere auf den medizinischen Beweismitteln, die während der Obduktion des Leichnams von Kennedy durch ein Pathologenteam der US-Marine gewonnen worden sind. Drei nachfolgend eingesetzte Untersuchungsausschüsse korrigierten in unterschiedlicher Weise die medizinischen Beweismittel, indem sie diese uminterpretierten. Der Buchautor zum Kennedy-Attentat Lothar Buchholz sagt dazu: Der 1968 tätige Clark Aussschuss beispielsweise verschob drastisch die vom Pathologenteam festgestellte Einschuss-Stelle am Kopf von Kennedy. Und unterstellte damit gleichzeitig einen Fehler durch den Leiter des Pathologenteams, der einem Medizinstudenten im ersten Semester nicht unterlaufen wäre. Erst durch diese Uminterpretation konnte die Einzeltäterthese Bestand haben. Schon 1979 stellte ein Sonderausschuss des Repräsentantenhauses nach mehrjähriger Arbeit fest, dass es sich bei dem Attentat auf Kennedy »wahrscheinlich« um eine Verschwörung gehandelt hatte. Die meisten Akten zum Mordfall Kennedy sind in den US-Nationalarchiven deponiert und heutzutage frei zugänglich. Der Zugang zu den medizinischen Beweismitteln bleibt für die Öffentlichkeit, wie auch immer, beschränkt. Sendetermine: 27.09.09 WDR 5, 9:05 Uhr; 27.09.09 WDR, 9:40 Uhr; 27.09.09 WDR 3, 17:45 Uhr; 27.09.09 NDR 1/Info 17:15 Uhr |
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