| Die magische Kugel |
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Die Theorie der magischen Kugel ist auch bekannt als Theorie von der Zauberkugel. Diese eine Kugel — von hinten abgefeuert aus dem 6. Stock des Schulbuchlagers — soll insgesamt sieben Verletzungen bei Kennedy und dem vor ihm sitzenden Connally verursacht haben. Ihren einprägsamen Namen verdankt die Kugel ihren besonderen Eigenschaften: scheinbar unmögliche Flugbahnänderungen und Unzerstörbarkeit. Denn die Kugel verblieb laut FBI-Experten Frazier »praktisch im Originalzustand«, obwohl sie auch Knochenbrüche verursacht haben soll. Die Kugel wurde auf einer Trage im Parkland Krankenhaus mehr zufällig entdeckt. Alle bisherigen Untersuchungskommissionen hielten die magische Kugel für möglich oder bestätigten sie. Zur Theorie der magischen Kugel führten nur an zweiter Stelle die vorliegenden Sachbeweise. Sie ist eine Notwendigkeit, wenn man einen einzelnen Attentäter für die Schüsse auf Kennedy verantwortlich macht. Die These vom Einzeltäter und die magische Kugel
Ohne die Theorie von der magischen Kugel lässt sich das Szenario eines Einzeltäters unmöglich aufrecht erhalten. Warum? Die offiziellen Untersuchungen gingen davon aus, dass 3 Schüsse vom Schulbuchlager aus abgefeuert wurden. Einer davon ist unzweifelhaft dem Kopftreffer bei Kennedy zuzuschreiben. Ein Schuss verfehlte sein Ziel und verletzte einen an der Tunnelunterführung stehenden Passanten namens James Tague. Demnach bleibt nur noch eine einzige Kugel für die vielfältigen anderen Verletzungen Kennedys und Connallys. Und selbst wenn der Passant nur indirekt durch ein Geschossfragment verletzt wurde, bleibt das Problem bestehen. Denn Connally reagierte erst mit deutlicher Verzögerung auf die Verletzungen, die das Geschoss verursacht haben soll, dass Kennedy unmittelbar vorher traf. Für einen einzelnen Schützen gab es vom zeitlichen Aspekt her keine Möglichkeit, das vermeinliche Attentatsgewehr zwischen der Verwundung Kennedys und der von Connally nachzuladen und abzufeuern. Wenn Kennedy und Connally durch zwei Geschosse getroffen worden sind, bedeutet das: Es gab mindestens zwei Attentäter. Und damit eine Verschwörung. Das ist ein sowohl von Anhängern der Einzeltäterthese als auch von deren Kritikern akzeptierter Fakt.
Die Theorie von der »magischen Kugel« wird neben deren Originalzustand häufig auch deshalb kritisiert, weil sie auf ihrem Flug Änderungen der Richtung vollzogen haben soll, die sich physikalisch nicht erklären lassen. Computeranimationen aus den neunziger Jahren vom Tatort und der digitale Nachbau der Präsidentenlimousine belegen zumindest, dass sich Kennedy und Connally zwischenzeitlich in gerader (Schuss-)Linie zum 6. Stock des Schulbuchlagers befunden haben. Dort hatte sich den offiziellen Untersuchungen nach Oswald mit seinem Gewehr verschanzt. Studien im FBI-Labor belegten, dass die Kugel aus dem im 6. Stock gefundenen Gewehr abgefeuert worden ist. Und zurück im Jahr 1964 schien diese Beweiskette schlüssig. Mit den inzwischen freigegebenen Dokumenten ist auch eine andere Schlussfolgerung möglich. Denn obwohl das FBI der Warren Kommission eine intakte Beweiskette für die magische Kugel aufzeigten, widerlegen die Akten diese Version. Keiner der Secret Service Beamten, die mit der Kugel am 22.11.1963 in Kontakt kamen, konnte sie als diejenige identifizieren, die sich heute als Beweisstück CE 399 in den Nationalarchiven der USA befindet. |
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