Kritik ARD

Botschafter von Kuba kritisiert ARD

11.01.2006

Der Filmbeitrag der ARD »Rendezvous mit dem Tod - Castro und Kennedy« von Wilfried Huismann hat diplomatische Folgen. Kurz nach der Ausstrahlung des massiv beworbenen Films kritisiert der Botschafter von Kuba in Deutschland, Gerardo Peñalver, die Freigabe der Dokumentation durch die Verantwortlichen der ARD.

Aktuelles Kennedy Attentat

Anfang des Jahres erschien die ARD-Dokumentation über das Kennedy-Attentat. Diese soll jetzt einen Schlusspunkt setzen. Allerdings ist der eher Film ein negativer Paukenschlag.

Wenn die im Film dargelegte Theorie nicht so ernst wäre, gäbe es Anlass zur Belustigung, so Peñalver. Denn nicht mehr und nicht weniger wird einem amtierenden Staatschef vorgeworfen: Beteiligung an einem Mord. Was aber »durch nichts belegt werde.«, erklärte der Botschafter. Wie aus informierten Kreisen bekannt wurde, werden Journalisten und andere für die ARD tätige Personen auf absehbare Zeit keine Erlaubnis für eine Berichterstattung auf Kuba erhalten.

Der Botschafter Kubas befindet sich nicht nur im Recht. Wie heute bekannt ist, wurde der Film mit Hilfe von dubiosen Zeugen und verfälschten Beweisen fertiggestellt.

Ein etwas scharfes Fazit aus meinem Buch »Rendezvous mit der Quote – Wie die ARD Kennedy durch Castro ermorden ließ« lautet daher:

Wann vergeht eigentlich den ARD-Verantwortlichen des Dokumentarfilms »Rendezvous mit dem Tod – Kennedy und Castro« das Lachen? Wann bilden sie sich nicht mehr ein, eine »profunde Dokumentation« abgeliefert zu haben, die einen »Durchbruch in der Forschung« zum Kennedy-Attentat darstellen soll. Und wie humorvoll sind die Geldgeber: der japanische Sender NHK, der SWR, Radio Bremen, WDR und ARD, wenn sie erfahren, dass die zentrale These der ARD-Dokumentation unter der Last der Gegenbeweise bereits eingestürzt ist. Ehrlicherweise ist der ARD-Film jetzt nur noch als ARD-DokuFiktion öffentlich zu retten. Aber für die Produktion so einer Geschichte wäre natürlich auch im WDR die Abteilung für Fernsehunterhaltung zuständig gewesen.

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Nur wenige Stunden nachdem Kennedy ermordet wurde, analysierten FBI-Beamte eine Tonbandaufzeichnung eines Telefonates, auf dem sich ein Mann in Mexiko-City selbst als Lee Oswald identifizierte. Sie machten eine erstaunliche Entdeckung: Die Stimme war nicht Oswalds.

Der Dokumentarfilmer Huismann präsentierte in der ARD eine nicht neue Antwort auf die Frage, die Amerika in Atem hält: Wer ist für das Attentat auf John F. Kennedy verantwortlich? Castro! Meint die ARD. Und begibt sich damit auf dünnes Eis.

Der frühere CIA-Mann Howard Hunt verstarb gestern im Alter von 88 Jahren. Er beschuldigt den früheren US-Präsidenten Johnson des Mordes an Präsident John F. Kennedy. Möglicherweise ist er selbst am Attentat auf Kennedy beteiligt. Einen Verleumdungsprozeß verlor er.

Die Dokumentation "Fidel Castro: 638 Wege zu ermorden" gibt einen Einblick in die geheimen Pläne der CIA, den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro zu ermorden. Die Dokumentation basiert auf authentischen Dokumenten und Interviews mit ehemaligen CIA-Agenten und anderen Beteiligten.