Film Kennedy-Attentat
21.06.1996

Neuer Film zum Kennedy-Attentat aufgetaucht

Das Sixth Floor Museum in Dallas hat einen Film von John F. Kennedy veröffentlicht, welches ihn bei der Ankunft auf dem Flughafen Love Field in Dallas auf dem Weg durch die Innenstadt kurz vor seiner Ermordung, zeigt. Es wurde von David Powers aufgenommen.

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Tatort Dallas: Die beiden Markierungen zeigen die Position des (angeblichen) Attentäters und die von Kennedy, als dieser tödlich getroffen wurde.

Das Sixth Floor Museum befindet sich im Gebäude des früheren Texas Schulbuchlagers. Aus dem 6. Stockwerk eben dieses Gebäudes hat (angeblich) Lee Harvey Oswald 3 Schüsse auf Präsident Kennedy abgefeuert und ihn damit tödlich verletzt. So zumindest haben es mehrere Untersuchungsausschüsse festgestellt.

Eidesstattliche Versicherung zum Kennedy-Attentat

Powers, ein Berater des Präsidenten, befand sich im Begleitfahzeug des Personenschutzes direkt hinter der Limousine von Kennedy. In einer eidesstattliche Versicherung vom 18.05.1964 beschreibt er seine Erlebnisse so:

Dann bogen wir von der Main Street auf die Houston Street ab und fuhren scharf nach links auf die Elm Street. Zu diesem Zeitpunkt fuhren wir sehr langsam, nicht mehr als 19 km pro Stunde. Wie es meine Gewohnheit ist, machte ich mir große Sorgen um unser Timing, und zu diesem Zeitpunkt schaute ich auf meine Uhr und stellte fest, dass es fast genau 12.30 Uhr war, also die Zeit, zu der wir im Trade Mart erwartet wurden. Ich sagte zu Ken O’Donnell, dass es 12.30 Uhr sei und wir nur etwa fünf Minuten zu spät im Trade Mart ankommen würden.

Kurz darauf fiel der erste Schuss, der sich für mich anhörte, als wäre es ein Feuerwerkskörper. Ich bemerkte dann, dass der Präsident nach dem Schuss von der äußersten rechten Seite, wo er gesessen hatte, ziemlich weit nach links ging. Es gab einen zweiten Schuss, und Gouverneur Connally verschwand aus dem Blickfeld, und dann gab es einen dritten Schuss, der dem Präsidenten die Schädeldecke abriss und sich anhörte, als würde eine Pampelmuse gegen eine Wand platzen. Die Gesamtzeit zwischen dem ersten und dem dritten Schuss betrug etwa 5 oder 6 Sekunden.

Mein erster Eindruck war, dass die Schüsse von rechts und von oben kamen, aber ich hatte auch den flüchtigen Eindruck, dass der Lärm von vorne im Bereich der dreifachen Überführung zu kommen schien. Das mag daran gelegen haben, dass ich, als ich nach vorne in Richtung der Überführung schaute, das Gefühl hatte, wir könnten in einen Hinterhalt geraten sein.

Ungefähr zum Zeitpunkt des dritten Schusses beschleunigte der Wagen des Präsidenten stark, und der nachfolgende Wagen fuhr direkt hinter ihm. Mrs. Kennedy kletterte auf die Rückbank des Wagens. Vielleicht wollte sie Hilfe holen und vielleicht wusste sie wirklich nicht, was sie tat. Ich glaube, dass Special Agent Clinton Hill ihr das Leben gerettet hat, indem er auf die Rückbank des Wagens kletterte und sie auf den Rücksitz drückte, denn sie wäre wahrscheinlich vom hinteren Ende des Wagens gefallen und in den Weg der anderen Wagen der Autokolonne geraten.

Wir fuhren mit hoher Geschwindigkeit zum Parkland Hospital. Als wir am Notfalleingang ankamen, rannte ich zu dem Ort, wo Präsident Kennedy lag, und Special Agent Hill und ich legten ihn zusammen mit Special Agent Kellerman auf eine Bahre. Wir drei und Special Agent Greer schoben ihn in den Notfallbereich. Ich blieb die ganze Zeit über bei Mrs. Kennedy im Krankenhaus. Sie ging in der Notaufnahme ein und aus, und wenn sie nicht in der Notaufnahme war, saß sie auf einem Stuhl direkt vor der Tür der Notaufnahme. Ich glaube, Ken O’Donnell rief den Generalstaatsanwalt an, sobald wir im Krankenhaus ankamen.

Ich begleitete den Leichnam des Präsidenten und Mrs. Kennedy auf dem Weg vom Krankenhaus zum Flughafen. Einige Sitze wurden aus einem hinteren Abteil des Präsidentenflugzeugs entfernt und der Sarg wurde dort abgestellt. Auf dem Rückflug nach Washington weigerte sich Mrs. Kennedy, sich umzuziehen oder etwas zu essen, trank aber einen Schluck Kaffee. Bei ihrer Ankunft auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews lehnte sie es ab, mit dem Hubschrauber zum Bethesda Naval Hospital zu fliegen, sondern zog es vor, den Leichnam von Präsident Kennedy im Leichenwagen zu begleiten. Kenneth O’Donnell und ich blieben mit Mrs. Kennedy und den anderen Familienmitgliedern des Präsidenten bis in die frühen Morgenstunden des 23. November 1963 im Bethesda.

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Wenige Minuten vor dem Attentat: Die Autokolonne des Präsidenten auf dem Weg von Flughafen durch die Innenstadt.

Es wäre wohl der wichtigste Film eines Amateurfilmers zum Kennedy-Attentat in Dallas 1963 gewesen. Denn der von Orville Nix aus großer Entfernung aufgenommene Film hätte die Frage nach einem Einzeltäter oder einer Verschwörung eindeutig beantworten können. Stattdessen ging das Original des Filmstreifen verloren. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt im Besitz des FBI.